Kein Freiberufler ist perfekt. Jeder macht Fehler und wenn man klug ist, lernt man aus diesen. Einige Fehler sind aber gravierender, als andere und sollten möglichst vermieden werden. Hier sind die 10 wichtigsten, die es gilt tunlichst zu vermeiden.
Termine einhalten
Ihr Ruf ist davon abhängig, ob Sie Termine einhalten können und als Freiberufler ist dieser enorm wichtig. Verpassen Sie vereinbarte Fristen zu oft, werden sich Ihre Kunden anderweitig umsehen. Was kann man hier also tun? Die Fristen sollten ganz oben auf Ihrer Liste stehen. Unterteilen Sie die Projekte in kleine Einheiten und berechnen Sie genau, wie lange Sie für jeden Einzelnen benötigen. Seien Sie Realistisch, Überschätzung bringt keinem etwas.
Unter Wert verkaufen
Frische Freiberufler neigen dazu, sich unter Wert zu verkaufen. Das ist am Anfang ja ok, wenn Sie sich erstmal alles aufbauen müssen. Wenn Sie aber schon einige erfolgreiche Projekte abgeschlossen haben, sollten Sie das schleunigst ändern, sonst arbeiten Sie sich schwarz, nur um die Rechnungen bezahlen zu können. Was kann man tun? Recherchieren Sie gründlich, was in Ihrem Bereich durchschnittlich verdient wird und schlagen Sie gerne ein bisschen drauf. Das zeigt auch dem Kunden, dass er es hier mit Qualität zu tun hat. Finden Sie heraus, was Sie wirklich verdienen wollen und was realisierbar wäre. Bleiben Sie auch hier realistisch.
Zu wenig Recherche
Hier geht es darum, vor dem eigentlichen Projekt, genug Informationen über den Kunden zu sammeln, damit Sie genau wissen, wer der Kunde ist und was er braucht. Was gilt es zu tun? Recherchieren Sie gründlich und finden Sie alles wichtige, über den Kunden und seinem Tätigkeitsfeld, heraus. Was seine Ziele sind und wie Sie ihm im zukünftigen Projekt am besten, bei der Realisierung dieser Ziele behilflich sein können.
Falsche Kundenwahl
Das Verhältnis zwischen Kunde und Freiberufler ist sehr wichtig und es gibt viele Faktoren, die einen Kunden für Sie ungeeignet macht. Das beinhaltet der bereich, in dem der Kunde arbeitet, wie er arbeitet, ob er schwierig ist. Auch ob er gewillt ist, Ihren Stundensatz so zu bezahlen und wie viel Arbeitsaufwand er verlangt. Suchen Sie sich den falschen Kunden aus, dann werden Sie wohlmöglich mehr arbeiten, dabei weniger verdienen und unglücklich sein. Was kann man tun? Wählen Sie ihre Kunden sorgfältig aus. Nutzen Sie ihr Netzwerk dafür und erkundigen Sie sich bei Kollegen. Arbeiten Sie auch erstmal probeweise, damit Sie sehen, ob es für Sie passt und ob es die Mühe wert ist.
Zu persönlich werden
Es ist gut, ein gutes Verhältnis zum Kunden zu pflegen und freundlich zu sein, aber bleiben Sie professionell dabei. Schließlich wollen Sie keine neuen Freunde gewinnen. Zu formell muss das Ganze aber auch nicht ablaufen. Finden Sie die goldene Mitte, damit alle zufrieden sein können. Am besten starten Sie jegliche Korrespondenz erstmal auf einer formellen Grundlage, um sich ein wenig zu beschnuppern. Erst danach können Sie einschätzen, wie Sie weiter vorgehen können. Überschreiten Sie aber nie die Linie und bleiben Sie stehts professionell.
Dampf ablassen
Sobald es zu Problemen kommt, lassen einige Freiberufler ihren Frust einfach raus und oftmals trifft es den Falschen. Den Kunden, zum Beispiel. Das ist natürlich nicht gut und es wird Ihrem beruflichen Ansehen nur schaden. Was also kann man tun? Sollte es zu Probleme mit einem Kunden kommen und es Sie wütend macht oder frustriert, dann nehmen Sie sich erstmal eine kurze Auszeit und reagieren Sie sich ab, so dass es der Kunde nicht mitbekommt. Erst wenn Sie sich wieder beruhigt haben, sollten Sie mit Ihrem Kunden sprechen, aber auf eine ruhige, professionelle Art und Weise. Sprechen Sie mit ihm und finden Sie gemeinsam eine Lösung, wie solche Probleme, bzw. Situationen, in Zukunft vermieden werden können.
Nachfassen vernachlässigen
Oftmals passiert es, dass ein Freiberufler ein Projekt abschließt und sich gleich seinem nächsten Kunden zuwendet, weil er denkt, der alte Kunde wird sich in jedem Fall wieder bei ihm melden. Das passiert nur leider nicht immer, auch wenn sie hervorragende Dienste geleistet haben. Was Sie also tun sollten? Wenn Sie ein Projekt abschließen, hinterlassen Sie eine Follow-Up Idee für ein zukünftiges Zusammenarbeiten. Wenn Sie dann nichts mehr von dem Kunden hören, können Sie, mit dieser Idee als Vorwand, anrufen und nachfragen, wie es derzeit bei dem Kunden aussieht.
Zu wenige Einnahmequellen
Nur ein oder zwei Kunden zu haben, ist für die Freiberuflichkeit schlecht. Sollte da ein Kunde jemals das Budget kürzen oder kein Outsourcing mehr benötigen, ziehen Sie immer den Kürzeren. Was kann man tun? Suchen Sie sich mehr Kunden. Sie können sich Anfangs auf einen Kunden fixieren, aber wenn Sie dauerhaft Selbstständig bleiben wollen, brauchen Sie mehrere Einnahmequellen. Daran müssen Sie hart arbeiten. Es wird sich irgendwann auszahlen. Vor allem in Zeiten der Krise, sind mehre Einnahmequellen überlebensnotwendig.
Lassen Sie sich Freiräume
Mal ehrlich, es gibt Tage, da mag man einfach nicht Arbeiten oder fühlt sich nicht wohl. Das ist ok, wenn Sie solche Tage mit einplanen, erlaubt es Ihnen eine gewisse Flexibilität. Das ist ja das schöne an der Freiberuflichkeit. Aber auch hier müssen Sie aufpassen, dass diese Tage nicht überhand nehmen, denn sonst schrumpft Ihre Vorarbeit ganz schnell dahin und Fristen werden wohlmöglich nicht eingehalten. Was kann man tun? Es ist gut, sich selbst Freiräume zu schaffen, um produktiver arbeiten zu können. Wenn Sie aber Fristen einzuhalten haben, müssen Sie diese Freiräume auch verschieben können.
Sich selbst verlieren
Oftmals nehmen wir Jobs nur an, weil wir das Geld benötigen nicht aber, weil wir uns mit der Arbeit identifizieren können oder uns darauf freuen. Hinterher fühlt man sich nicht wohl und die Arbeit leidet darunter. Was tun? Suchen Sie sich Projekte, die zu Ihnen passen und in denen Sie sich wohl fühlen. Schließlich haben Sie sich für die Freiberuflichkeit entschieden, weil Sie damit glücklich sind und die Freiräume haben, die damit zusammenhängen. Diese nur wegen des Geldes wieder aufgeben zu müssen, sollte vermieden werden. Haben Sie keine Angst, Angebote abzulehnen, die zwar gut bezahlt würden, in denen Sie aber nicht mehr Sie selbst sein könnten. Seien Sie immer bemüht, Arbeit zu finden, die Sie auch gern tun.

2 Antworten zu "Freiberufler: Die 10 größten Fehler und wie sie zu vermeiden sind"
Barbara
14. November 2009 - 14:42
Ein sehr hilfreicher Artikel, vielen Dank für die guten Tipps. Die letzten beiden Punkte haben mich in letzter Zeit besonders beschäftigt. Freiräume sind wichtig – besonders wenn man kreativ arbeitet. Sonst geht einem ganz schnell die Luft aus. Und Projekte nur des Geldes wegen anzunehmen, habe ich mir ganz schnell abgewöhnt. Einmal hab ichs gemacht – ein Riesenfehler. Das Projekt war rundum frustrierend, und das Geld nicht wert. Es lohnt sich, sich auf Projekte zu konzentrieren, die wirklich Spass machen. Wenn man in einem Bereich mal gute Referenzen hat, kriegt man dadurch langfristig umso mehr Projekte der gleichen Art.
Simone Amores
16. November 2009 - 10:15
Hallo Barbara,
danke für deinen Kommentar. Deine Ansicht ist die Richtige. Wenn einem die Arbeit keinen Spaß macht, dann sollte man sie nicht machen. Deswegen wird man ja Freiberufler, weil man die Wahl hat. Wir wünschen dir jedenfalls weiterhin viel Erfolg und tolle Projekte!
Dein projektwerk- Team!